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Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital in Flensburg

Leistungsspektrum

Darmkrebs ist ein bösartiger Tumor, der im gesamten Dickdarm vorkommen kann. Zumeist entsteht ein Darmkrebs aus Polypen, die jahrelang gutartig sein können und dann zu einem Krebs entarten. Diese Umwandlung geschieht oft unbemerkt. Mit zunehmendem Lebensalter steigt das Risiko, solche Veränderungen der Schleimhaut zu entwickeln, so dass die meisten betroffenen Patienten mindestens 50 Jahre alt sind. Daneben gibt es allerdings auch vererbbare Erkrankungen, die jüngere Patienten betreffen.

Bösartige Erkrankungen werden nur noch selten von nur einem Therapeuten behandelt. Für ein optimales Behandlungsergebnis ist aus unserer Sicht eine Zusammenarbeit aller beteiligten Spezialisten erforderlich. Kernelement des Darmzentrums ist die sog. Tumorkonferenz. Hier werden einmal wöchentlich für jeden erkrankten Patienten der optimale diagnostische und therapeutische Weg mit allen beteiligten Spezialisten diskutiert, festgelegt und protokolliert.

Vorsorge und Früherkennung

Darmkrebs kann über längere Zeiträume unbemerkt wachsen, ohne Beschwerden zu verursachen. Daher raten wir dringend zu Vorsorgeuntersuchungen, da die Heilungschancen am größten sind je früher der Krebs festgestellt wird. Nur durch eine Darmspiegelung (Koloskopie) können Darmkrebs und Polypen (noch gutartige Vorstufen) in einem frühen Stadium erkannt und therapiert werden. Darmkrebs ist damit eine der wenigen Krebserkrankungen, die durch Vorsorgemaßnahmen verhindert werden können.

Diagnostik

Radiologie
Ziel der radiologischen Diagnostik ist eine umfassende und genaue Bildgebung mit anschließendem strukturierten Befund hinsichtlich Lokalisation und Ausbreitung der Erkrankung. Sowohl die Computertomographie, unter Anwendung ionisierender Röntgenstrahlung, als auch die Magnetresonanztomographie, die ohne jegliche Röntgenstrahlung zur Bildgebung auskommt, stehen dabei zur Verfügung.

Pathologie
Die Diagnose „Darmkrebs“ kann nur von einer Fachärztin/einem Facharzt für Pathologie mikroskopisch gestellt werden. Liegt im Rahmen einer Endoskopie oder einer Koloskopie ein auffälliger Befund vor, können die Gastroenterologen entnommene Gewebeproben (Biopsien) von wenigen Millimetern Größe entnehmen, diese in Formaldehyd einlegen und in die Pathologie der DIAKO schicken.

Im Labor werden diese Proben in sehr dünne Scheiben geschnitten und speziell angefärbt. Unter dem Mikroskop wird das Gewebe anschließend untersucht und beurteilt.

Therapie

Medikamentöse Tumortherapie
Die konservative medikamentöse Tumortherapie umfasst die Behandlung mit klassischen Zytostatika (Chemotherapie), Hormonen, Antikörpern und zielgerichteten Substanzen.

Grundsätzlich wird bei Darmkrebs zwischen drei Arten medikamentöser Tumortherapie unterschieden:

  • adjuvante Therapie
    Eine adjuvante Therapie wird nach operativer Entfernung des betroffenen Gewebes durchgeführt, um das Rückfallrisiko zu reduzieren.
  • neoadjuvante Therapie
    Eine neoadjuvante Therapie wird häufig in Kombination mit Strahlentherapie vor der Operation von Enddarmkrebs (Rektumkarzinom) durchgeführt. Damit wird die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalles in diesem Bereich und in Form von Absiedlungen (Metastasen) vermieden.
  • palliative Therapie

    Eine palliative Therapie wird durchgeführt, wenn die Erkrankung aufgrund einer Metastasierung nicht oder nicht vollständig durch eine Operation entfernt werden kann. Hierbei stehen eine Verbesserung der Lebensqualität und eine Verlängerung der Lebenszeit im Mittelpunkt.

Strahlentherapie
Die Strahlentherapie kommt in der Behandlung von Darmkrebs in vielen Fällen ergänzend zu einer Operation zum Einsatz - oftmals zusätzlich in Kombination mit einer Chemotherapie. Die Bestrahlung vor einer Operation (neoadjuvant) dient der Verkleinerung des Tumors. Damit wird für den Operateur eine wichtige Vorarbeit erbracht, die die Chancen einer erfolgreichen Operation erhöhen. Die Bestrahlung nach einer Operation (adjuvant) vermindert das Rückfallrisiko.

Chirurgische Eingriffe
Ziel der chirurgischen Therapie ist die möglichst vollständige Entfernung des Tumors und der benachbarten Lymphknoten, um im Zusammenspiel mit einer in einigen Fällen notwendigen Chemotherapie und/oder Bestrahlung eine möglichst günstige Gesamtprognose der Erkrankung zu erzielen.

Tumore des Dick- und Enddarms lassen sich offen über einen Bauchschnitt oder minimalinvasiv über mehrere kleinere Zugänge operativ entfernen. Abhängig von der Lokalisation und der Größe des Tumors wird vorher entschieden und mit den Patienten besprochen, welche Operationsmethode sinnvoll ist.

Weitere Angebote

Ergänzend zur medizinischen Behandlung in unserem Darmzentrum stehen unseren Patientinnen und Patienten weitere hilfreiche Angebote zur Verfügung:

  • Psychoonkologie
  • Sozialdienst
  • Genetische Beratung
  • Ernährungsberatung
  • Physiotherapie
  • Kontakt zur Selbsthilfegruppe ILCO
  • Stomatherapie

Hotline Darmzentrum

0461 816-2300