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Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital in Flensburg

ÖBiZ: Angela Diekmann geht in den Ruhestand / Dr. Lena Hammann übernimmt

30.06.2021
Angela Diekmann, Klaus Drückler, Dr. Lena Hammann
Angela Diekmann, Klaus Drückler, Dr. Lena Hammann

"Wir sind ein gutes Team im ÖBiZ und ein wichtiger Teil des Gesundheitswesens", sagt Angela Diekmann, die nach über 18 Jahren als Geschäftsführerin des Ökumenischen Bildungszentrums für Berufe im Gesundheitswesen (ÖBiZ) in den Ruhestand tritt. "Die Pandemie hat nochmals zu einer Aufwertung in der öffentlichen Wahrnehmung der Pflegeberufe geführt, die bereits in den letzten Jahren eingesetzt hat", erklärt Dr. Lena Hammann, die am 1. Juli die Nachfolge von Angela Diekmann antritt.

Aber der Reihe nach: Seit März 2003 leitete Angela Diekmann als pädagogische Geschäftsführerin das ÖBiZ, das im Jahr zuvor gegründet worden war mit dem Ziel, die bisher eigenständigen Bildungsbereiche der DIAKO und des Malteser St. Franziskus-Hospitals zusammenzufassen. "Es war eine unruhige Zeit; zunächst ging es darum, ein Wir-Gefühl zu schaffen", erinnert sie sich. An ihrer Seite Ingo Tüchsen als kaufmännischer Geschäftsführer, der 2018 von Klaus Drückler abgelöst wurde. 

Zu Beginn war das ÖBiZ sehr viel kleiner; inzwischen bilden das ÖBiZ 360 Schüler in den dreijährigen Pflegeberufen (Generalistische Ausbildung, Gesundheits- und Krankenpflege und Altenpflege) und den einjährigen Pflegeberufen (Altenpflegehilfe und Krankenpflegehilfe) aus und betreut 100 FSJ-ler pro Jahr. Auch der Bereich Fort- und Weiterbildung für Berufe im Gesundheitswesen ist stark gewachsen. 

"Die neue Generalistische Ausbildung seit 2020 ist eine spannende Aufgabe sowohl für Ausbildungsträger als auch für Pflegeschulen", da sind sich beide Geschäftsführer einig. "Wir waren aber sehr gut vorbereitet", betont Angela Diekmann. Ein Riesenvorteil sei es, dass man im ÖBiZ bereits von Anfang an auf ein zukunftsweisendes Konzept der integrierenden Ausbildung in den Pflegeberufen gesetzt hat. Corona hat das positive Berufsbild nochmals verstärkt. "Der Beruf ist eben von großer Bedeutung für die Gesellschaft, gerade auch vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung. Zudem ist er krisensicher, die Pflegekräfte werden überall gebraucht", betont Klaus Drückler.

Relativ neu ist die Ausbildung zur Krankenpflegehilfe im ÖBiZ mit 24 Plätzen, die 2020 zusätzlich zur Altenpflegehilfe dazu kam. "Viele Absolventen nutzen das Examen in der Pflegehilfe als Einstieg in die dreijährige Ausbildung", sagt Angela Diekmann. Eine enge Kooperation von ÖBiZ und der Hamburger Fernhochschule ermöglicht zudem ein Pflegestudium. "Akademisierung des Pflegeberufs und Digitalisierung" nennt Dr. Lena Hammann als zwei Stichworte, die zu weiteren Veränderungen des Pflegeberufes führen werden - und eine weitere Herausforderung für das Ökumenische Bildungszentrum und seine 42 Mitarbeitenden darstellen. 

Für die praktische Ausbildung arbeitet das ÖBiZ mit über 80 Kooperationspartnern wie ambulanten Diensten sowie Kranken- und Altenpflegeeinrichtungen in Flensburg und den Kreisen Schleswig-Flensburg und Nordfriesland zusammen. "Das reicht von den Inseln bis nach Dithmarschen", sagt Frauken Laß, in deren Händen die Gesamtleitung der Ausbildung liegt. Das stetige Wachstum machte im Jahr 2007 einen Umzug vom alten Standort an der Knuthstraße ins heutige Gebäude in der Norderallee 14 erforderlich.

Eine sehr große Bedeutung kommt auch dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) zu. "Das FSJ hat eine enorme Bedeutung für die Gewinnung von Auszubildenden in der Pflege - ich habe viele FSJ-ler später wiedergesehen in der Ausbildung oder in der Fort- und Weiterbildung", sagt Christiane Lorenzen, Leiterin des Referats Freiwilligendienste im ÖBiZ. 

Das Referat Fort- und Weiterbildung hat sich dabei von den Anfängen des ÖBiZ bis heute von einem auf die beiden Gesellschafter fokussierten Anbieter zu einem Weiterbildungsanbieter für das nördliche Schleswig-Holstein weiterentwickelt. Zielgruppe sind Interessierte aus allen Gesundheitsberufen, und die Angebote reichen von der "Weiterbildung Intensivpflege" und "Palliative Care für Pflegende" bis hin zu Kursen in Kommunikation/Management. Vieles fand digital, aber einiges auch in Präsenz mit ausgeklügeltem Konzept statt. Seit April 2021 leitet Christine Möglich das Referat in der Nachfolge von Gyde Schwalbe.

Um potenzielle Bewerber anzusprechen, ist das ÖBiZ mit Mitarbeitenden und oft gemeinsam mit DIAKO und Malteser St. Franziskus-Hospital auf allen relevanten Messen vertreten. Mit dem Slogan "Mensch, mach was mit Sinn" will das ÖBiZ zum Ausdruck bringen, dass die Arbeit in der Pflege nicht nur sinnvoll, sondern auch ganz nah am und mit den Menschen stattfindet. Mehr dazu ist auf der Homepage unter www.oebiz.de zu finden.

"Ich habe sehr gerne im ÖBiZ gearbeitet und bin glücklich über meine Nachfolgerin Dr. Lena Hammann, die sich schon in der Einarbeitungszeit mit dem ÖBiZ identifiziert. Sie übernimmt eine Bildungseinrichtung mit einem guten Ruf", erklärt Angela Diekmann. Kennengelernt hat Dr. Hammann das ÖBiZ als Datenschutzbeauftragte. Sie war zuvor Gesundheits- und Organisationsmanagerin in der DIAKO und ist seit 2010 im Bildungsbereich tätig. 

Neben der ständigen Weiterentwicklung der Pflegeausbildung und anderen Bereichen des ÖBiZ warten sehr große Zukunftsprojekte auf Dr. Lena Hammann und ihren Kollegen Klaus Drückler: So wird der Neubau des Bildungszentrums auf dem Peelwatt-Gelände in der Nähe des neuen MALTESER-DIAKO-KLINIKUMS und des Hochschul-Campus entstehen. Geht es nach dem Wunsch vieler Initiatoren in der Region Flensburg, soll dort in der Hochschule in naher Zukunft auch der Studiengang Pflegewissenschaften angeboten werden.

Text und Foto: Ole Michel, DIAKO