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Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital in Flensburg

So werden COVID-19 Patienten in Flensburg versorgt

04.05.2020


Bei der überwiegenden Anzahl der Corona-infizierten verläuft die Erkrankung mild. In einigen Fällen jedoch sind die Symptome so stark, dass ein Krankenhausaufenthalt notwendig wird. Diese Patienten kommen dann auf eine isolierte Station und werden auf das Virus getestet. Bei sehr starken Symptomen und zunehmender Atemnot müssen diese Patienten auf die Intensivstation verlegt und teilweise auch beatmet werden. "Wenn die Erkrankung so starke Auswirkungen hat, dass eigenständiges Atmen nicht mehr möglich ist, haben wir eine kritische Situation. Der Körper wird dann nur ungenügend mit Sauerstoff versorgt  und Kohlendioxid nicht mehr abgeatmet. Dann müssen wir eine sogenannte invasive Beatmung einleiten", erklärt Dr. med. Mariam Kaspari, leitende Lungenfachärztin am St. Franziskus-Hospital. Bei der sogenannten Intubation wird ein Schlauch in die Luftröhre eingeführt und das Beatmungsgerät übernimmt die Atemarbeit. Zuvor wurde der Patient in ein dauerhaftes künstliches Koma versetzt. "Die COVID-19-Patienten müssen, soweit wir momentan wissen, etwa 3 Wochen beatmet werden, bevor eine Erholung eintritt und eigenständiges Atmen wieder möglich ist. Einige Patienten überleben diese Phase nicht, das sind zumeist Patienten mit starken Vorerkrankungen", fährt die Oberärztin fort.

Auf der Intensivstation wird der Zustand des Patienten, bspw. seine Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und Blutdruck permanent überwacht, um auf Veränderungen schnell und richtig reagieren zu können. "Wir nennen das Monitoring", ergänzt Sarah Jeschke, Gesundheits- und Krankenpflegerin in Weiterbildung zur Intensivfachpflegerin. Denn neben den Lungen-Fachärzten und Anästhesisten braucht die Intensivstation fachlich versiertes Pflegepersonal. Das erfordert zusätzlich zum Examen in der Gesundheits- und Krankenpflege eine zweijährige Fachweiterbildung in der Intensivpflege.  "Die Behandlung unserer COVID-19 Patienten ist eine besondere Herausforderung und erfordert viel Fachwissen. Ich lerne gerade in dieser Phase sehr viel und freue mich immer, wenn absehbar ist, dass es einem Patienten langsam besser geht." Sobald eine Beatmung nicht mehr notwendig ist tritt die Phase der Entwöhnung von der Beatmung ein, die durch speziell ausgebildete Atmungstherapeuten unterstützt wird. Zusätzlich kommen Physiotherapeuten zur Mobilisation des Patienten zum Einsatz.

Silke Kettelhut, Fachschwester für Onkologie und eigentlich in der Anästhesie tätig, ist nur vorübergehend auf der Intensivstation im Einsatz. "Aufgrund des zu Beginn der Krise zu erwartenden stark steigenden Bedarfs an Beatmungsplätzen hat das Krankenhaus uns Mitarbeitende aus ähnlich komplexen Bereichen auf die Intensivstation geschickt, damit wir uns einarbeiten und bei der Behandlung der COVID-19-Patienten unterstützen können." Dies, erklärt Mariam Kaspari, sei möglich gewesen, da beide Flensburger Krankenhäuser ihre Patientenzahlen massiv heruntergefahren haben und bspw. elektive, nicht dringliche Behandlungen abgesagt  worden seien. "Dadurch konnten wir Räumlichkeiten, Personalplanung und Geräteeinsatz so organisieren, dass wir je nach Bedarf möglichst viele beatmungspflichtige Patienten behandeln können. Dies alles in engster Abstimmung und Zusammenarbeit mit der DIAKO, die zahlreiche intensivpflichtige nicht-corona Patienten aus unserem Haus übernimmt."