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Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital in Flensburg

Keine Nachteile für Schwangere in Konfliktsituation

08.11.2019

"Wir begrüßen das Ergebnis der Sozialausschuss-Sitzung des Landtages, nach dem Sozialminister Dr. Heiner Garg nun Gespräche mit allen Akteuren führt", erklärte Pastor Wolfgang Boten, Vorstandsvorsitzender der Diako.

Hierzu möchten wir Ihnen folgende Informationen geben:

Die geplante Fusion der beiden Flensburger Krankenhäuser ist eine Riesenchance. Es wird ein hochmodernes Klinikum für jährlich rund 100.000 Patienten gebaut, nach den neuesten technischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Hier können die langen und vielfältigen medizinischen Erfahrungen beider Träger gebündelt werden, von zwei freigemeinnützigen Trägern, die nicht renditeorientiert arbeiten. Davon werden die Pa-tientinnen und Patienten in Flensburg und im gesamten nördlichen Landesteil profitie-ren.

Aus der Perspektive der Malteser ist der Schutz jedes Lebens ein zentrales Anliegen, insbesondere dort, wo es am verletzlichsten ist - am Anfang und am Ende. Dieser katholische Grundsatz leitet die Entscheidungen der Malteser in Deutschland, weshalb sie sich z.B. intensiv in der Palliativmedizin und Hospizarbeit engagieren. In Flensburg zeigt sich das am Engagement im von DIAKO und Maltesern gemeinsam ökumenisch geführten Katharinen Hospiz am Park.

Beide Träger sind sich der Ausnahmesituation und der Konflikte bewusst, in der sich Frauen befinden, die über einen Schwangerschaftsabbruch nachdenken. Daher wurde bei den Fusionsgesprächen für das geplante gemeinsame Krankenhaus das Thema Schwangerschaftsabbrüche intensiv miteinander auf vielen Ebenen beraten. Die DIAKO hat dem Verzicht auf diesen Eingriff zugestimmt und die ethische Position des katholischen Trägers zum Schutz jedes Lebens akzeptiert. Diese Entscheidung traf die DIAKO aufgrund der insgesamt niedrigen Zahl der an der jetzigen Klinik durchgeführten Schwangerschaftsabbrüche.

Die Vereinbarung zwischen den beiden Krankenhausträgern DIAKO und Malteser sieht vor, dass im Falle einer unterschiedlichen Beurteilung der ethischen Position zu folgen ist, die dem menschlichen Leben den weitreichendsten Schutz ermöglicht. Daher werden bis auf medizinisch indizierte Notfallbehandlungen in Folge ambulanter Schwangerschaftsabbrüche nur im begründeten Einzelfall auf Basis besonderer medizinischer Indikationen stationäre Schwangerschaftsabbrüche im MALTESER-DIAKO KLINIKUM erfolgen können.

Die DIAKO versichert und setzt sich dafür ein, dass heute und künftig alle Frauen in Konfliktsituationen in Flensburg Unterstützung erhalten und nach der notwendigen Be-ratung auch einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen können. Dafür werden wir gemeinsam mit den Maltesern, der Stadt Flensburg, dem Land, den niedergelassenen Gynäkologen und Beratungsstellen wie Pro Familia auch an einem Runden Tisch nach Lösungen suchen.

Grundsätzlich sind Schwangerschaftsabbrüche bei Frauen in Konfliktsituationen ambulante Eingriffe, die keinen Klinikaufenthalt voraussetzen und für die das Krankenhaus keinen Versorgungsauftrag erfüllen muss. Sie werden auch nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt. Diese ambulanten Eingriffe werden von den nie-dergelassenen Frauenärzten in ihren Praxen vorgenommen. Nur gut 20 der Eingriffe im Jahr 2018 erfolgten ambulant am Diakonissenkrankenhaus. Das entspricht etwa 10 Prozent der in unserer Versorgungsregion zu erwartenden Eingriffe. Einen Eingriff, der einen stationären Krankenhausaufenthalt erforderlich gemacht hätte, gab es im Jahr 2018 im Diakonissenkrankenhaus nicht. Die niedergelassenen Gynäkologen in der Region (derzeit 66 Praxen) können Frauen in Konfliktsituationen mengenmäßig ausreichend und fachlich auf höchstem Niveau versorgen. Mit einer Einstellung dieses Angebotes für den Zeitraum nach der Fusion wird nicht gerechnet.