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Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital in Flensburg

Ein Krankenhaus, ein Träger: Gemeinsam zum "MALTESER-DIAKO KLINIKUM" auf dem Peelwatt

18.10.2019
Vor dem Flensburger Katharinen Hospiz, das bereits von Maltesern und Diako seit 1992 gemeinsam betrieben wird: (v.l.): Klaus Deitmaring, Dr. Heiner Garg, Pastor Wolfgang Boten, Simone Lange und Martin Wilde.
Vor dem Flensburger Katharinen Hospiz, das bereits von Maltesern und Diako seit 1992 gemeinsam betrieben wird: (v.l.): Klaus Deitmaring, Dr. Heiner Garg, Pastor Wolfgang Boten, Simone Lange und Martin Wilde.

Flensburg. Malteser und Diako stehen für die  Gesundheitsversorgung seit vielen Jahren im Rahmen ihres Verbundes gemeinsam ein. "Jetzt ist es Zeit, den entscheidenden Schritt zu tun und eine gemeinsame Klinikträgerschaft anzustreben", erklärte Klaus Deitmaring, Geschäftsführer der Malteser Norddeutschland gGmbH. Beide Häuser haben entschieden, die Ein-Träger-Lösung zum Wohle der Patienten und Mitarbeitenden anzustreben und die traditionsreichen Häuser unter ein gemeinsames Dach und eine gemeinsame Leitung zu stellen. Es soll das "MALTESER-DIAKO KLINIKUM" entstehen.  "Die Beteiligung an der geplanten Betriebsgesellschaft soll jeweils 50 Prozent betragen", ergänzte Martin Wilde, kaufmännischer Vorstand der Diako. "Wir Träger, Diako und Malteser, haben uns sehr gut und sehr intensiv mit der Politik in Land und Stadt abgestimmt", so Martin Wilde weiter. Der nächste Schritt ist jetzt der Antrag auf fusionskontrollrechtliche Freigabe beim Bundeskartellamt. "Wir alle möchten - wie es Flensburg seit 150 Jahren gewohnt ist - langfristig sicher und zukunftsorientiert ausgerichtet das Optimale für die Patienten in Flensburg und der Region erreichen: ein modernes, attraktives Krankenhaus, das die bestmögliche Behandlung und Pflege ermöglicht und dabei auf die Erfahrung und auf die Tradition der beiden konfessionellen freigemeinnützigen Träger auch in Zukunft vertrauen darf."

"Das neue Krankenhaus soll als christliches Krankenhaus in ökumenischer Trägerschaft geführt werden", erklärte Pastor Wolfgang Boten, Vorstandsvorsitzender der Diako. Dass sich ein evangelisches und katholisches Haus in dieser Weise unter dem Motto "Gemeinsam. Christlich. Stark." auf Augenhöhe zusammentun, sei bundesweit einmalig.

Im neuen Klinikgebäude, das voraussichtlich im Jahr 2026 seinen Betrieb aufnehmen soll, wird das gesamte stationäre Versorgungsangebot der derzeit betriebenen Kliniken integriert. Mehr als 100.000 stationären und ambulanten Patientinnen und Patienten im Jahr ermöglicht das  MALTESER-DIAKO KLINIKUM  einen idealen Behandlungsort.  "Durch die Zusammenfassung aller medizinischen Disziplinen an einem Standort kann die hohe Qualität in der medizinischen Versorgung für die Patienten und für unsere Mitarbeitenden weiter gestärkt werden", erklärte Gerhard Becker, Geschäftsführer der Malteser Deutschland gGmbH.

Gesundheitsminister Heiner Garg betonte: "Es freut mich sehr, dass Diako und Malteser fusionieren, um dieses Großprojekt im Rahmen einer Ein-Träger-Lösung möglich zu machen. Die Zusammenführung der beiden Häuser zu einem Zentralkrankenhaus ist die beste Lösung für eine zukunftsfeste und moderne Versorgungsstruktur in der Region. Das Gesundheitsministerium wird den Bau nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz fördern und das Projekt somit eng begleiten."
"Das Grundstück im Peelwatt verbindet durch seine Lage an der Osttangente und in der Nähe des Bahnhofes verkehrstechnisch idealerweise die Stadt mit den benachbarten Landkreisen. Auch die unmittelbare Nachbarschaft zum Hochschul-Campus ist ideal für den neuen Klinikstandort, weil dies neue und zukunftsträchtige Kooperationsmöglichkeiten bietet, wie beispielsweise der gemeinsamen Einrichtung von Pflegestudiengängen, die wir so dringend benötigen", freut sich Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange über das Großprojekt. "Die Zusammenarbeit zwischen den Krankenhäusern und der Stadtverwaltung ist sehr gut! Wir haben uns bereits auf den gesamten Grundstückserwerb Peelwatt nach fusionsrechtlicher Freigabe verständigen können und werden die notwendigen Verträge den beiden Trägern nach der abschließenden Genehmigung der Verträge und des Bebauungsplanes in der Ratsversammlung im Dezember 2019 vorlegen können", sagte Simone Lange.

Ob Parkplätze, Zufahrt für Krankenwagen, modulare Erweiterungsmöglichkeiten des Krankenhausgebäudes - das Grundstück bietet zahlreiche Vorteile gegenüber den beengten Verhältnissen auf den beiden bestehenden Klinikgrundstücken. Der Campus umfasst das MALTESER-DIAKO KLINIKUM mit der direkt benachbarten Fachklinik für Psychiatrie, mit einem Betriebskindergarten, einem Boardinghouse für die Angehörigen und ambulanten Patienten, dem neuen Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen, Wohngebäude für Mitarbeitende, einem Parkhaus, Ärztehaus mit Arztpraxen, Apotheke, Sanitätshaus, Ambulantem Reha-Zentrum, Ambulantem Pflegedienst und weiteren ergänzenden Einrichtungen.

"Die Gestaltung des innovativen, digitalisierten Klinikums wird sich an den Bedürfnissen der älteren und der jungen Patienten an Menschen mit Demenzerkrankungen oder mit Behinderungen orientieren", ging Klaus Deitmaring näher auf die ersten Planungen für den Neubau ein. Da beide Häuser Mitglied im Klimapakt Flensburg e.V. sind, soll auch das neue Klinikum in klimagerechter Bauweise errichtet werden. "Wir orientieren uns dabei an Konzepten, die gesunde und heilende Architektur mitdenken", ergänzte Pastor Wolfgang Boten. "Wer kann für die konkrete Gestaltung, für das Betriebs- und Organisationskonzept ein besserer Ratgeber sein als unsere eigenen Mitarbeiter?" fügte Martin Wilde hinzu. "Selbstverständlich werden unsere Mitarbeiter aus beiden Krankenhäusern aktiv beteiligt, denn nur so werden wir die notwendigen optimierten klinischen Abläufe in unserem Klinikneubau erreichen können." Hierzu zählen auch kurze Wege für Personal, Besucher und Patienten. Geplant sind ausreichend verfügbare und ansprechend gestaltete Ein- und Zwei-Bettzimmern mit eigenen Sanitärbereichen. "Um das neue Krankenhaus zukunftsorientiert zu realisieren, möchten wir gemeinsam mit dem Land Schleswig-Holstein als Fördermittelgeber viele Anregungen und bewährte Strukturen aus innovativen und damit erfolgreichen Kliniken auch außerhalb von Deutschland berücksichtigen", so Gerhard Becker.

"Das neue Krankenhaus wird unsere Attraktivität als Arbeitgeber für alle Berufsgruppen stärken", betonte Pastor Boten. "Wir haben jetzt bereits offene Stellen. Der Fachkräftemangel wird in acht Jahren noch größer sein als heute." Malteser und Diako sind sich einig: "Wir setzen daher für die individuelle medizinische Behandlung, Pflege, Therapie und Betreuung unserer Patienten im gemeinsamen Klinikum am Peelwatt auf unsere erfahrenen klinischen Mitarbeitenden in beiden Krankenhäusern", sagte Deitmaring.

Mit dem heutigen Schritt auf ein gemeinsames MALTESER-DIAKO KLINIKUM hin lösen die verantwortlichen Vertreter des Landes Schleswig-Holstein, der Stadt Flensburg, der Ev.-Luth. Diakonissenanstalt zu Flensburg und der Malteser Norddeutschland gGmbH Flensburg ihr Versprechen ein, welches sie den Mitarbeitenden, der Öffentlichkeit und den vielen Befürwortern eines freigemeinnützigen Klinikums in gemeinsamer Trägerschaft im Frühjahr 2017 gegeben haben.