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Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital in Flensburg

Schwedische und deutsche Experten tagen zum Thema Demenz

13.06.2019
Das Foto zeigt die Referenten (v.l.): Prof. Dr. Lars-Olof Wahlund (Karolinska Institut), Mona Jepsen (Neuropsychologin St. Franziskus-Hospital), Prof. Dr. Daniel Ferreira (Karolinska Institut), Dr. Klaus Weil (Chefarzt der Klinik für Geriatrie St. Franziskus-Hospital), Dr. Ursula Sottong (Leiterin der Malteser Fachstelle Demenz), Kristoffer Mörtsjö (Karolinska Institut), Prof. Dr. Bosco Lehr (Vizepräsident Hochschule Flensburg und Leiter Institut für eHealth und Management im Gesundheitswesen), Katrin Susanne Meffert (Oberärztin Geriatrie St. Franziskus-Hospital)
Das Foto zeigt die Referenten (v.l.): Prof. Dr. Lars-Olof Wahlund (Karolinska Institut), Mona Jepsen (Neuropsychologin St. Franziskus-Hospital), Prof. Dr. Daniel Ferreira (Karolinska Institut), Dr. Klaus Weil (Chefarzt der Klinik für Geriatrie St. Franziskus-Hospital), Dr. Ursula Sottong (Leiterin der Malteser Fachstelle Demenz), Kristoffer Mörtsjö (Karolinska Institut), Prof. Dr. Bosco Lehr (Vizepräsident Hochschule Flensburg und Leiter Institut für eHealth und Management im Gesundheitswesen), Katrin Susanne Meffert (Oberärztin Geriatrie St. Franziskus-Hospital)

Zu einem internationalen geriatrischen Fach-Symposium sind am 12. Juni Experten aus Schweden und Deutschland in Flensburg zusammengekommen. Die besonderen Herausforderungen der Behandlung von Demenzpatienten in der Geriatrie sowie aktuelle Trends im diagnostischen und therapeutischen Bereich standen im Mittelpunkt.

Dr. Ursula Sottong, Leiterin der Fachstelle Demenz der Malteser in Deutschland, eröffnete mit einem Rückblick zur zehnjährigen Zusammenarbeit zwischen der schwedischen Silviahemmet-Stiftung und den deutschen Maltesern. Durch zielgruppenspezifische Schulungen aller Malteser-Mitarbeitenden, die demenziell erkrankte Menschen versorgen und begleiten, verfügen die Malteser heute über eine breit aufgesetzte professionelle Versorgung der erkrankten Patienten.

Dies gilt bspw. im Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital  für die auf die Bedürfnisse akut erkrankter Demenzpatienten zugeschnittene Station Silvia, über deren Effekte Chefarzt Dr. Klaus Weil berichtete: eine sich an den Möglichkeiten der Patienten orientierende Versorgung, keine freiheitsentziehenden Maßnahmen, weniger Psychopharmaka und der Erhalt  der vorhandenen kognitiven Fähigkeiten.

Einen weiteren Teil dieses Versorgungsangebotes, die ausführliche Demenzdiagnostik, präsentierte Neuropsychologin Mona Jepsen.  Oberärztin Katrin Meffert führte zudem in die komplexe Problematik der Mangelernährung bei demenziell erkrankten Menschen ein. Sie sprach sich in diesem Zusammenhang deutlich gegen das vorschnelle Anlegen einer perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG) aus. Prof. Dr. Bosco Lehr machte neugierig auf den Nutzen smarter Technologien im Umgang mit demenziell erkrankten Menschen.

Im zweiten Teil der Fachveranstaltung präsentierten Wissenschaftler des renommierten Karolinska Instituts der Universität  Stockholm/Schweden, neue Erkenntnisse zu Diagnostik und künftigen Versorgungsformen und zu Möglichkeiten der Prävention.  Prof. Dr. Daniel Ferreira wies auf die zahlreichen unterschiedlichen Formen und auch Überschneidungen von Demenz hin. Diese müssten gezielter diagnostiziert werden, um dann eine individualisierte Therapie zu ermöglichen, wie das heute schon z.B. bei Krebserkrankungen der Fall ist.

Prof. Dr. Lars-Olof Wahlund forderte eine bessere Prävention. Diese müsse früh einsetzen, denn die Entstehung einer Alzheimer Demenz zieht sich über 20 bis 30 Jahre. Die Daten der groß angelegten, internationalen FINGER Studie zeigten, dass eine gesunde Lebensweise mit guter Ernährung, viel Bewegung und sozialer Kommunikation eine sehr gute Prävention darstelle. Zugleich lasse sich dadurch vermuten, dass vor allem das Gefäßsystem eine Rolle bei der Entstehung von Demenzen spielt. Es gelte nach derzeitigem Stand das Motto: „Was gut ist für das Herz, schützt auch vor Demenz.“