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Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital in Flensburg

Neues minimalinvasives OP-Verfahren

04.04.2019

Befindet sich ein Tumor im Bereich des unteren und mittleren Drittels der Speiseröhre, die im Bereich des Brustkorbes liegt, muss dieser Abschnitt chirurgisch entfernt werden. Teilweise muss eine Vorbehandlung mit Chemotherapie erfolgen. Von der großen, überaus belastenden Operation mit Eröffnung des Brustraumes und großem Bauchschnitt ist das Flensburger St. Franziskus-Hospital kürzlich auf die minimalinvasive, deutlich schonendere Methode umgestiegen.

Mit nur fünf kleinen Schnitten können die nötigen Instrumente in die betreffenden Körperregionen eingebracht werden. Zuerst werden über diese Kamera und Instrumente eingeführt. Aus dem Magen wird dann ein schmaler Schlauch geformt und die Lymphknoten in der Umgebung des Magens werden entfernt. Danach wird der Patient auf die linke Seite gedreht und der rechte Lungenflügel vorübergehend nicht mehr belüftet, woraufhin dieser kollabiert und der Zugang zur Speiseröhre frei wird. Über mehrere kleine Schnitte zwischen den Rippen werden wiederum Kamera und Instrumente eingeführt. Dann werden die Speiseröhre und die sie umgebenden Lymphknoten entfernt. Im Anschluss kann der im ersten Schritt vorbereitete Magenschlauch in den Brustkorb gezogen und mit dem verbliebenen Rest der Speiseröhre verbunden werden. Zum Schluss wird der Lungenflügel wieder belüftet und die Hautschnitte werden verschlossen.

Die Speiseröhrenentfernung bleibt ein operativ höchst anspruchsvoller Eingriff, der sechs bis acht Stunden dauern kann. "Mittlerweile haben wir zehn dieser Operationen erfolgreich durchgeführt und beobachten, dass sich die Patienten schneller von dieser nicht zu unterschätzenden OP erholen als bei der offenen Methode", erklärt Dr. Jens Bundesen, Oberarzt der Chirurgischen Klinik des St. Franziskus-Hospitals in Flensburg, der diese Eingriffe zusammen mit dem Leitenden Oberarzt Dr. Uwe Storde durchgeführt hat. "Die Entfernung ist bei Speiseröhrenkrebs die einzige Möglichkeit, überhaupt eine Chance auf Heilung zu erlangen", ergänzt er.