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Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital in Flensburg

Wie alles begann: Chronik des ältesten Malteser Krankenhauses in Deutschland

Das älteste Malteser Krankenhaus in Deutschland

Die Geburtsstunde des Malteser Krankenhauses St. Franziskus-Hospital war das Frühjahr 1864, denn aus dem Militärlazarett im Deutsch-Dänischen Krieg entstand noch im gleichen Jahr das erste Flensburger Krankenhaus in der Marienstraße.

1864

Zwischen Dänemark und Preußen-Österreich bricht der Krieg aus. Drei Malteser Kommissare werden zum Kriegsschauplatz entsandt, um den Feld-Sanitätsdienst aufzubauen. Ihr Hauptquartier ist Flensburg. Schon bald gelingt es, über 150 Pflegekräfte und 56 Seelsorger auf 14 Lazarette im Kriegsgebiet zu verteilen. Nach Beendigung des kurzen Krieges bleiben sechs "Arme Schwestern" vom hl. Franziskus (Aachener Franziskanerinnen) auf Bitten der Flensburger Bevölkerung zurück, um sich dem Dienst an den Armen und Kranken der Stadt zu widmen. Mit Hilfe der Malteser beziehen die Schwestern zunächst eine Unterkunft in der Norderstraße, später in der Marienstraße, von wo aus sie anfangs eine Hauskrankenpflege betreiben.

1865

In der Marienstraße wird ein Hospital mit 24 Betten eingerichtet. Eigentümer ist die Genossenschaft der Rheinisch-Westfälischen Malteser Devotions-Ritter e. V. Das Krankenhaus trägt daher den Namen Malteser Hospital.

1894-1902

Der Malteserorden erwirbt das heutige Grundstück an der Dorotheenstraße und entschließt sich zu einem großzügigen zeitgemäßen Neubau, der 1901 begonnen wird. Im Oktober 1902 wird der erste Bauabschnitt mit 40 Betten und modernen Behandlungsräumen eingeweiht.

1906-1925

Den Bedürfnissen der Flensburger Bevölkerung folgend werden 1906 und 1913 weitere Ausbauten erreicht. Mit der Bettenzahl nimmt auch die Zahl der Disziplinen zu: 1918 wird die gynäkologisch-geburtshilfliche Fachabteilung eröffnet; 1922 folgen die Augen- sowie Hals-, Nasen- und Ohren-Abteilungen, 1925 die Abteilung für Innere Medizin und die Kinderabteilung.

1927

Neue Erweiterungsbauten werden in Angriff genommen, die 1929 mit der Einweihung des Neubaus abgeschlossen werden. 1930 verfügt das Krankenhaus über 240 Betten.

1934

Eine Radiologische Abteilung wird eingerichtet.

1939

Dem Krankenhaus wird eine Krankenpflegeschule angegliedert.

1952

Bau von Haus Michael und Anbau eines neuen gynäkologischen OP-Traktes.

1954-1955

Bau des Marienhauses.

1960

Erweiterung auf 416 Betten.

1962-1963

Bau eines Schwestern- und Personalwohnheimes.

1968

Erweiterung auf 424 Betten.

1971

Einrichtung einer Anästhesieabteilung.

1978

Einweihung des großen Behandlungsbaus, Ausbau der radiologischen Abteilung zur Schwerpunktabteilung für Strahlentherapie.

1981

Nach über 115-jährigem, segensreichem Wirken verlassen die Aachener Franziskanerinnen Flensburg, um ihre Kräfte an anderer Stelle zu konzentrieren. Die Arbeit wird in der christlichen Tradition des Hauses mit einer freien Schwesternschaft fortgesetzt. Kooperationsvertrag zwischen den Trägern der drei Flensburger Krankenhäuser im Interesse einer optimalen medizinischen Versorgung der Bevölkerung.

1983-1989

In Umsetzung des Kooperationsvertrages werden die pädiatrische und die geburtshilflich/gynäkologische Abteilung geschlossen. Dafür werden in der Radiologie die Strahlentherapie mit Linearbeschleuniger, Afterloader und Nuklearmedizin ausgebaut, eine Abteilung für Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie, eine orthopädische Schwerpunktabteilung und eine Abteilung für Geriatrie eingerichtet.

1989

Einweihung eines neuen Bettenhauses mit 144 Betten, als Teil der bis 1995 geplanten vollständigen Altbausanierung.

1990

Das Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital ist mit 337 Betten und 20 geriatrischen Tagesklinikplätzen ein modernes leistungsfähiges Krankenhaus, das sich den Anforderungen einer zunehmend in neuen Fachdisziplinen spezialisierten Medizin hervorragend gewachsen zeigt. Der Krankenhausplan sieht bei Fertigstellung der Altbausanierung die Erweiterung der orthopädischen Abteilung auf 60 Planbetten und damit eine Gesamtkapazität von 377 Betten vor.

1991

Das Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital richtet gemeinsam mit der Ev.-Luth. Diakonissenanstalt das "Katharinen Hospiz am Park" in der ehemaligen Dethleffsen-Villa in Flensburg ein. Die Sanierung der alten Bettenhäuser wird fortgesetzt.

1993

Das ambulante Reha-Zentrum Glücksburg wird gemeinsam mit der Stadt Glücksburg gegründet. Der Organisationsentwicklungsprozess beginnt mit einer großen Zukunftswerkstatt. Chefärzte und Führungskräfte aus allen Bereichen des Krankenhauses nehmen daran teil.

1995

Fertigstellung eines ökologisch angelegten Gartens mit Teich. Die Errichtung eines Betriebshofes bietet unter anderem einer umweltgerechten Entsorgung den notwendigen Raum.

1997

Das Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital nimmt als landesweiter Vorreiter am Öko-Audit teil. Das bedeutet eine freiwillige Kontrolle über einen umweltgerechten Betrieb des Krankenhauses. Es wird ein effektives Qualitätsmanagement eingeführt.

1998

Einweihung der Geriatrie in ihren neuen Räumlichkeiten. Gleichzeitig Inbetriebnahme zweier Normalstationen und der neuen Intensivstation. Nach Abschluss der baulichen Gesamterneuerung richtet das Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital interdisziplinäre Bereiche, wie eine Aufnahmestation, eine Privatstation und eine Tagesklinik ein. Die Radiologie erhält für die diagnostische und therapeutische Unterstützung eine digitale Subtraktionsangiografie (DSA) und einen Computertomographen (CT). Ab November strahlentherapeutische Behandlung von dänischen Patientinnen.

1999

Das dreifache Jubiläumsjahr wird mit einem großen Fest und einem Tag der Offenen Tür begangen: 135 Jahre Malteser St. Franziskus-Hospital, 60 Jahre Krankenpflegeschule, 900 Jahre Malteserorden. Das Haus wird für sein umweltgerechtes Krankenhausmanagement validiert. Mit dem Amt Sønderjylland / DK wird ein Versorgungsvertrag zur strahlentherapeutischen Behandlung von Tumorpatienten abgeschlossen.

2000

Anschaffung eines hochmodernen Gerätes zur Erkennung und Behandlung von Brustkrebs (ABBI = Advanced Breast Biopsy Instrumentation). Das Malteser St. Franziskus-Hospital gehört damit auf diesem Gebiet zu den bestausgestattetsten Kliniken der Bundesrepublik. Mit der Nordseeklinik Westerland/Sylt wird ein Kooperationsvetrag zur Behandlung und Rehabilitation von Tumorpatienten abgeschlossen.

2001

Beginn mit der baulichen Erweiterung der Strahlentherapie. Das erste Malteser Ethik Symposium in Sankelmark findet großen Anklang und wird zukünftig im Zweijahres-Rhythmus stattfinden. Bedingt durch den aktuellen Krankenhausplan wird die Bettenzahl von 351 auf 344 reduziert. Beginn der durch das Gesundheitsministerium geförderten baulichen Erweiterung der Strahlentherapie.

2002

Das Bettenhaus an der Dorotheenstraße begeht sein 100-jähriges Bestehen. Das Ereignis wird mit einem großen Tag der Offenen Tür gefeiert, zu dem rund 600 Gäste aus Flensburg und Umgebung in das Haus kommen. Ende des Jahres sind die Umbaumaßnahmen in der Strahlentherapie abgeschlossen: Die erweiterte und neu gestaltete Abteilung ist nun eine der modernsten in der Region.

2003

Das zweite Ethik & Medizin Symposium mit dem Titel "Gesundheit und Moderne Medizin: Wer trägt die Verantwortung?" findet in der Universität Flensburg statt. Veranstaltungspartner ist in diesem Jahr die Ev.-Luth. Diakonissenanstalt. Die Strahlentherapie nimmt ihren zweiten neuen Linearbeschleuniger in Betrieb. Der Kooperationsvertrag mit Sønderjyllandsamt wird daraufhin erweitert. Als erstes Krankenhaus in Schleswig-Holstein - und als erstes der zehn Malteser Krankenhäuser in Deutschland - wird dem Haus das Zertifikat nach KTQ - Kooperation für Transparenz und Qualität im Krankenhaus - verliehen. Zudem wird das Zertifikat für umweltgerechtes Krankenhausmanagement (seit 1999) erneuert.

2004

Das Malteser St. Franziskus-Hospital in Flensburg feiert in diesem Jahr sein 140-jähriges Bestehen. Es ist das älteste Krankenhaus in Flensburg und das älteste Malteser Krankenhaus in Deutschland. Unter dem Motto "Jung genug für die Zukunft - 140 Jahre Malteser St. Franziskus-Hospital" wird mit einer Reihe von Veranstaltungen u.a. das segensreiche Tun der Gründerinnen, der Aachener Franziskaner-Schwestern, gewürdigt. Zudem findet im 140. Jubiläumsjahr eine tiefgreifende strukturelle Erneuerung des Hauses statt: Mit der Bildung interdisziplinärer Medizinischer Zentren - und der damit verbundenen Aufgabe der abteilungsbezogenen Zuordnung von Stationen zu einem einzelnen medizinischen Fachbereich - positioniert sich das Malteser St. Franziskus-Hospital bundesweit in einer deutlichen Spitzenposition was seine Patientenorientierung und seinen Innovationswillen anbelangt.

Das Malteser St. Franziskus-Hospital wurde für das bundesweite Projekt "Schmerzfreies Krankenhaus" unter 85 Bewerbern ausgewählt. Auf Basis seiner christlichen Werteorientierung und seiner Leitlinien setzt sich das Malteser Krankenhaus bereits seit Jahren intensiv mit den Themen Schmerztherapie und Palliativmedizin auseinander.

2005

Das 3. Medizin & Ethik Symposium findet unter dem Titel "Alt werden, Mensch bleiben" in der Universität Flensburg statt und trägt mit dem Themenschwerpunkt "Alter" zur öffentlichen Diskussion über den demografischen Wandel unserer Gesellschaft erfolgreich bei. Die Veranstalter sind in diesem Jahr: Das Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital, das Ev.-Luth. Diakonissenkrankenhaus, die Universität Flensburg und der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag. Der Kooperationsvertrag mit Sønderjyllandsamt wird bis in das Jahr 2011 verlängert.

2006

Seit dem 1. Januar 2006 bilden das  Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital und das Ev.-Luth. Diakonissenkrankenhaus den Medizinischen Klinikverbund Flensburg. Die beiden Nachbarkrankenhäuser haben sich auf ein gemeinsames Versorgungskonzept für die Region geeinigt, das vom Kieler Ministerium nicht nur begrüßt wurde, sondern als vorbildlich und zukunftsweisend unterstützt wird. Wesentlich ist die Zusammenfassung der medizinischen Fachabteilungen und Disziplinen, die zuvor noch in beiden Kliniken parallel betrieben wurden. Unter anderem wird neben dem onkologischen und geriatrischen Schwerpunkt des Malteser Krankenhauses sowohl das Zentrum für Baucherkrankungen als auch das für Lungenerkrankungen ausgebaut. Flensburg wird somit zum drittgrößten Klinikstandort in Schleswig-Holstein. Eine einschneidende Veränderung ist die Zentrale Notaufnahme (ZNA) für die Region Flensburg. Seit Januar 2006 ist die ZNA an der DIAKO rund um die Uhr an allen Tagen für alle Notfälle Anlaufstelle. Sie ist kompetent besetzt mit spezialisierten Ärzten aus beiden Flensburger Krankenhäusern.

Im Frühjahr 2006 starten die umfangreichen Bauarbeiten für ein Ärztehaus auf dem Krankenhausgelände. Im Juli 2006 erhält das Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital ein weiteres Gütesiegel und den Bronzestatus im "Deutschen Netzwerk Rauchfreier Krankenhäuser". Am 23. August 2006 wird in der Strahlentherapie die 1.000ste Patientin aus Dänemark begrüßt. Ab Oktober 2006 hat das Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital den Status eines Akademischen Lehrkrankenhauses für die Medizinische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Der Titel steht dafür, dass neben einer bestmöglichen Patientenversorgung auch der Aus-, Fort-, und Weiterbildung in Medizin und Pflege eine große Bedeutung beigemessen wird. Am 28. November wird dem Malteser Krankenhaus St. Fanziskus-Hospital auf der Medica das Zertifikat für qualifiziertes Schmerzmanagement nach 'Paincert' überreicht.

Als weiterer überregionaler Behandlungsschwerpunkt wird am St. Franziskus-Hospital das Fachgebiet Pneumologie und Beatmungsmedizin in enger Zusammenarbeit mit der Thoraxchirurgie und den niedergelassenen Lungenfachärzten eingerichtet.

2007

Mit finanzieller Unterstützung des Sozialministeriums wird im Frühjahr das neue Diagnostik- und Aufnahmezentrum in patientenfreundlichen Räumlichkeiten und mit einer hochmodernen funktionsdiagnostischen Geräteausstattung in Betrieb genommen. In diesem Zentrum werden zentral insbesondere die ambulanten und stationären gastroenterologischen Untersuchungen unter Beteiligung kooperierender niedergelassener Fachärzte durchgeführt.

Anfang Juli 2007 konnten die ersten Bewohner des neuen Malteserstift St. Klara in Flensburg-Mürwik ihr neues Zuhause beziehen. Die Malteser haben gemeinsam mit der Stadt Flensburg eine zukunftsweisende Lösung für das Wohnen im Alter ausgearbeitet und ein baulich und konzeptionell innovatives Pflegeheim mit 84 Plätzen in sieben Hausgemeinschaften errichtet. Der altersmedizinische Schwerpunkt des Malteser Krankenhauses St. Franziskus-Hospital wird hier ebenso berücksichtigt wie die profunde Erfahrung aus bundesweit 21 Einrichtungen der stationären Altenhilfe der Malteser.

2008

Das mit Förderung der Stadt Flensburg am Malteserstift St. Klara eingerichtete Nachbarschaftszentrum am Marrensdamm für die Bewohner der Stadtteile Mürwik und Fruerlund nimmt seinen Betrieb auf.

Durch die Pneumologen wird eine apparativ optimal ausgestattete Beatmungsstation für die Durchführung notfallmäßiger nicht-invasiver Beatmungen und zur Entwöhnung langzeitbeatmeter Patienten (Weaning) eingerichtet und entsprechend qualifizierte Atmungstherapeuten eingesetzt.

Durch die qualifizierte medizinische Spezialisierung des St. Franziskus-Hospital im Medizinischen Klinikverbund weitet sich das Patienteneinzugsgebiet des Krankenhauses weit über die Stadtgrenzen Flensburgs hinaus aus. Onkologische und geriatrische Patienten aus Flensburg, Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und aus Dänemark werden nun rund um die Uhr kompetent ambulant, tagesklinisch und stationär in den interdisziplinären Behandlungszentren des St. Franziskus-Hospital behandelt.

2009

Ein von niedergelassenen Ärzten am St. Franziskus-Hospital betriebenes Schlaflabor wird eingerichtet.

Das St. Franziskus-Hospital engagiert sich als Gründungsmitglied im Klimapakt Flensburg e.V., einem Verein dem die großen Unternehmen der Region und die Stadt Flensburg angehören. Ziel des Vereins ist es, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 um 30 % zu senken.

2010

Aufgrund der in Deutschland als gesundheitspolitische Referenz bekannten und dauerhaft erfolgreichen grenzüberschreitenden Behandlung deutscher und dänischer Tumorpatienten wird die Klinik für Strahlentherapie durch eine entsprechende Förderung aus Konjunkturmitteln des Bundes räumlich und gerätetechnisch durch den Betrieb eines dritten Linearbeschleunigers erweitert.
Bundesmittel konnten auch für die bauliche und betriebstechnische Sanierung des St. Franziskus-Hospital eingeworben werden. Ziel hierbei ist es, durch energetische Sanierungsmaßnahmen den Energieverbrauch des Krankenhauses zu reduzieren.

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein richtet am St. Franziskus-Hospital auf Basis eines Kooperationsvertrages eine fachärztlich besetzte nuklearmedizinische Abteilung ein, auf dessen Grundlage u.a. die endokrine Chirurgie und die Endokrinologie weiter qualifiziert ausgebaut werden können.

Aufgrund des stetigen Anstiegs der Patientenbehandlungsfälle und des hohen Grades an Intensivbehandlungs- und Pflegeerfordernissen strebt das St. Franziskus-Hospital den Neubau einer Intensivstation an, um zukünftig kapazitäre Engpässe zu vermeiden.

2011

Zum 1. Mai 2011 wird die Geriatrische Tagesklinik in Schleswig eröffnet. Zudem werden die stationären Bettenkapazitäten der Geriatrischen Klinik am St. Franziskus-Hospital bedarfsgerecht auf 80 Betten und nunmehr 32 tagesklinische Plätze erhöht. Damit setzt das St. Franziskus-Hospital den Auftrag des Landes Schleswig-Holstein, die Altersmedizin auch für die Patienten des Schlei-Klinikum Schleswig zu ermöglichen, optimal um. Wartezeiten für die frühestmögliche Aufnahme der geriatrischen Behandlung entstehen somit auch in der großen Versorgungsregion nicht.
 
Gemeinsam mit der DIAKO übernimmt das St. Franziskus-Hospital die Trägerschaft des Onkologischen Zentrum Nord und vernetzt damit den Medizinischen Klinikverbund Flensburg mit den angegliederten Krankenhäusern in Schleswig und auf dem Festland bzw. den Inseln Nordfrieslands. An vier Standorten in Schleswig-Holstein wurden somit Onkologische Zentren etabliert.
 
Durch Kooperationsverträge mit dem Cancer-Comprehensive-Center Kiel und den onkologischen Instituten des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel, schafft das St. Franziskus-Hospital die Voraussetzung, die onkologische Maximalversorgung im Verbund mit der DIAKO am Standort Flensburg zu etablieren. So wird der onkologische "Leuchtturm" realisiert, der für alle betroffenen Patienten im Norden Schleswig-Holsteins und in Süddänemark alle onkologischen und hämatologischen Behandlungsformen wohnortnah in Flensburg ermöglicht.
 
Zum Jahreswechsel 2011/2012 eröffnet das St. Franziskus-Hospital seine Stammzelltherapieeinheit, die auf Grundlage einer erheblichen finanziellen Zuwendung der Stefan-Morsch-Stiftung aus Birkenfeld (Rheinland-Pfalz) im Herbst/Winter gebaut und eingerichtet werden konnte. Nun können alle autologen und allogenen Stammzelltransplantationen für leukämieerkrankte Patienten durch die Medizinische Klinik I des St. Franziskus-Hospital durchgeführt werden.

2012

Der ökumenische Medizinische Klinikverbund Flensburg ist in Deutschland einmalig. So informieren sich im Januar Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr und Dr. Heiner Garg, Gesundheitsminister des Landes Schleswig-Holstein, über das innovative, optimal abgestimmte und leistungsfähige klinische Angebot des St. Franziskus-Hospital und der DIAKO.

Nach der Inbetriebnahme der Stammzelltherapieeinheit im Januar erfolgt im Februar die Inbetriebnahme des 3. Linearbeschleunigers im Erweiterungsbau der Klinik für Strahlentherapie unter der Schirmherrschaft des Gesundheitsministers Schleswig-Holsteins und des Regionsrats von Süddänemark. Das Franziskus verfügt nun über die größte Strahlentherapie in Schleswig-Holstein. Technisch können nun bestimmte Tumoroperationen durch gezielte patientenschonende strahlentherapeutische Behandlungen ersetzt werden.

Der onkologische Leuchtturm des Franziskus mit seiner überregionalen, grenzüberschreitenden Funktion ermöglicht nun gemeinsam mit der DIAKO allen Krebspatienten aus dem Norden Schleswig-Holsteins und aus Süddänemark eine wohnortnahe Behandlung auf dem medizinischen Niveau einer Universitätsklinik.

Mit Wirkung vom 05.10.2012 wurde das etablierte Qualitätsmanagement des gesamten St. Franziskus-Hospital unter Einbezug aller Kliniken und der kaufmännischen und technischen Abteilungen nach DIN EN ISO 9001:2008 durch den Germanischen Lloyd Hamburg erfolgreich zertifiziert. Damit verfügt das Krankenhaus als eines der ersten Krankenhäuser in Deutschland über ein professionelles und effizientes Qualitätsmanagementsystem zur Führung und Steuerung des sehr komplexen Dienstleistungsbetriebes. Beispielgebend für die anderen Malteser Krankenhäuser wird das Qualitätsmanagement am St. Franziskus-Hospital weiter ausgebaut und weiterentwickelt.
 
Unter der Schirmherrschaft des Sozialministeriums schließen das St. Franziskus-Hospital und die DIAKO gemeinsam mit dem HELIOS Klinikum Schleswig am 22.10.2012 zum 01.01.2013 einen langfristigen Kooperationsvertrag. Unter anderem wird nun durch die aktive Mitwirkung Schleswigs im Onkologischen Zentrum Nord, der beiden Flensburger Krankenhäuser und der Kliniken Nordfrieslands die regionale onkologische Versorgung stetig optimiert und aufeinander abgestimmt. Bestimmte komplexe tumorchirurgische Eingriffe finden zukünftig im St. Franziskus-Hospital statt. Regelmäßig finden nun per Videokonferenz Tumorkonferenzen mit Einzelfallbesprechungen durch die Beteiligung von Ärzten aller relevanten onkologischen Disziplinen der Krankenhäuser nördlich des Nord-Ostsee-Kanals statt. Das Primat der wohnortnahen Versorgung wird somit zukunftsorientiert und zum Wohle der Patienten der gesamten Versorgungsregion weiterentwickelt. Durch diesen wichtigen und deutschlandweit innovativen Meilenstein wird die regionale Verbundversorgung krankenhausträgerübergreifend weiterentwickelt und entfaltet.
 
Im November 2012 wurde das Darmzentrum als das erste Organzentrum des St. Franziskus-Hospital nach OnkoCert zertifiziert. Getreu den selbstgesetzten Ansprüche im arbeitsteiligen Klinikverbund Flensburg "Wir machen nicht alles, aber das, was wir leisten, besser als andere" werden die klinischen Strukturen und Behandlungsprozesse und die multidisziplinäre bzw. multiprofessionelle Zusammenarbeit nach Qaulitätsindikatoren der Fachgesellschaft geprüft und gesichert ausgerichtet.
 
Durch die Entwicklung und Förderung der klinischen Schwerpunkte, durch die Anpassung der klinischen und personellen Strukturen und der vertiefenden Zusammenarbeit mit den weiteren regionalen Krankenhäusern und den niedergelassenen Ärzten wurde die Zahl der am St. Franziskus-Hospital an den Standorten Flensburg und Schleswig behandelten ambulanten Patienten und der stationären Patienten wie geplant deutlich gesteigert.
 
Aufgrund der gesteigerten Inanspruchnahme insbesondere auch der Intensivmedizin des St. Franziskus-Hospital wird die anteilige öffentliche Förderung für die neue Intensivstation mit 16 Behandlungsplätzen, die voraussichtlich im August 2013 eröffnet wird, durch das Land Schleswig-Holstein angemessen erhöht.