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Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital in Flensburg

Tag der Patientensicherheit

17.09.2018

Im OP - was passiert da und wie sicher bin ich dort?

Am heutigen Tag der Patientensicherheit nehmen wir einen Ort in den Fokus, den die meisten Menschen nicht bewusst erleben. Wir ermöglichen Einblicke in den OP-Bereich.

Freitagvormittag, bei Michael Lorenzen* wird heute eine Schilddrüsenoperation durchgeführt. Er ist aufgeregt, durfte seit einigen Stunden nicht essen und trinken, denn für die Operation muss er nüchtern sein. Um 12:00 Uhr wird Herr Lorenzen von einer Gesundheits- und Krankenpflegerin abgeholt, die zunächst die OP-Sicherheitscheckliste und seine Identität prüft. Auf dem Weg zur OP-Schleuse ein kurzes Gespräch, dann übernimmt ein Anästhesie-Pfleger. "Wir wollen ganz sicher sein und alle Informationen erhalten, die wir für eine OP benötigen!" erklärt er. Die Sicherheits-Checkliste werde daher stets im 4-Augen-Prinzip kontrolliert. Es werden Identität, das Vorliegen der Einwilligungen und der relevanten Befunde sowie die ausreichende OP-Vorbereitung geprüft. "Fehlt etwas, kommt kein Patient hier rein!"

Das OP-Team, bestehend aus zwei operierenden Chirurgen, zwei OP-Schwestern, einem Anästhesisten, und einer Anästhesiepflegekraft, befindet sich bereits im OP. Das für diese Operation benötigte Instrumentarium wurde bereitgelegt - es hat einen streng überwachten Sterilisationsprozess in speziellen Spülmaschinen hinter sich. Überhaupt ist der OP eine eigene Welt - es gibt sogenannte reine und unreine Bereiche - streng voneinander getrennt. "Der OP ist der sicherste Bereich im Krankenhaus. Sie kommen nur mit einem Code hinein, es gibt spezielle Bereichskleidung, strenge Vorschriften zur Desinfektion und Hygiene, spezielle Reinigungspläne für Raum, Geräte, Instrumente… mehrere Sicherheitsstufen, bevor überhaupt der erste Schnitt gesetzt wird", so Chirurgie-Chefarzt Prof. Dr. Stephan Timm. Ein OP-Pfleger zählt alle im OP befindlichen Materialien. Das wird nach der OP wiederholt werden - "damit nichts im Patienten vergessen wird", ergänzt die OP-Schwester: "Fehlt auch nur ein Tupfer, muss erneut gesucht und vor allem gefunden werden."

Endlich wird auch Herr Lorenzen in den OP gebracht, wo der Anästhesist die Narkose einleitet. "Der Anästhesist hat sich zuvor vergewissert, dass der Patient keine Allergien hat und er hat alle ausstehenden Befunde überprüft und das Narkosegerät gecheckt. Während der OP überwacht er durchgehend den Zustand des Patienten - Atmung, Kreislauf und Bewusstseinszustand", erklärt Anästhesie-Chef Prof. Dr. Ulf Linstedt.

Vor dem ersten Schnitt erfolgt das "Team-Timeout". Es wird jetzt nochmal gemeinsam genau besprochen, welcher Eingriff vorgenommen werden soll, ob es Besonderheiten gibt. Die OP beginnt, sie dauert nur etwa 60 Minuten. Danach werden die im OP befindlichen Materialien gezählt - es ist alles da. Lorenzen wird in den Aufwachraum geschoben. Dort kann er in Ruhe aus der Narkose aufwachen - überwacht durch Anästhesiepfleger. Bereits während der Operation wurden langwirkende Schmerzmittel verabreicht, hier erhält der Patient erneut Schmerzmittel. Bald wird es ihm wieder so gut gehen, dass er zurückkommt auf die chirurgische Station. Bei normalen Verlauf wird Lorenzen das Krankenhaus bereits in drei Tagen wieder verlassen können.

"Zusätzlich zu diesen Standards, die zu jeder OP gehören, unterziehen wir uns regelmäßig Risiko-Audits und externen Prüfungen", ergänzt Chirurgie-Chef Timm.

*Name geändert